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Ungenutzte Bausubstanz prägt vielerorts das Straßenbild

Auswirkungen des demografischen Wandels

Deutschland wird in naher Zukunft vielerorts mit einer stagnierenden oder abnehmenden Bevölkerungszahl konfrontiert sein; im Landkreis Schweinfurt wird sich nach aktuellen Prognosen die Zahl der Einwohner bis 2034 um rund 4 % verringern (das aktuelle demografische Profil des Landkreises finden Sie hier). Zugleich ändert sich die Bevölkerungsstruktur, insbesondere der Anteil älterer Mitbürger wird weiter ansteigen, der Anteil jüngerer Menschen, d. h. der Generation der potenziellen Familiengründer, nimmt ab. Die kommunale Infrastruktur muss sich dem steigenden Anteil älterer Menschen und ihrer Bedürfnisse anpassen: altengerechtes bzw. barrierefreies Bauen wird eine wichtige Zukunftsaufgabe auch im ländlichen Raum werden. Die sich bereits ankündigenden Auswirkungen des demografischen Wandels betreffen jedoch nicht nur die Ortskerne, auch in den sogenannten „Neubaugebieten“ werden immer weniger Bauplätze nachgefragt. In den vorhandenen Wohngebieten sind Einwohnerrückgänge, z.T. sogar erste Leerstände, zu verzeichnen. In vielen der durch die Gemeinden erschlossenen Neubaugebiete gibt es noch leere Bauplätze, teilweise sind ganze Straßenzüge noch unbebaut.

Neuausweisung von Wohngebieten bedeutet Werteverlust für Immobilien im Ortskern

Datengrundlage: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
Bislang wenig bebautes Wohngebiet am Ortsrand
Fehlende Wohnfreiflächen und hoher Versiegelungsgrad

Strukturelle Veränderungen im ländlichen Raum

Waren sie früher ortsprägend, so sind heutzutage kaum noch landwirtschaftliche Betriebe im Vollerwerb in den Ortschaften zu finden. Mit dem nächsten Generationenwechsel wird dann meist auch die Nebenerwerbslandwirtschaft aufgegeben.

Dieser Strukturwandel in der Landwirtschaft hinterlässt immer mehr Hofstellen, die nur noch Restnutzungen aufweisen oder völlig leer stehen. Ungenutzte Bausubstanz prägt zunehmend das Bild der Ortsmitte, was einen Werteverlust auch der angrenzenden Immobilien nach sich zieht und die Attraktivität der Ortskerne insgesamt vermindert. Beim Fortschreiten dieser Entwicklung drohen in den Ortskernen Verfall und zunehmende Brachflächen.

Jungen Familien werden zu wenig Bauflächen im Innenbereich angeboten. Diejenigen, die neu bauen möchten, haben zu wenig Informationen darüber, wo entsprechende Baulücken im Bestand zum Verkauf stehen. In den Ortskernen muss wieder eine stärkere Durchmischung von Jung und Alt stattfinden, um die Attraktivität und Lebendigkeit der Orte zu fördern.

Auch die Entwicklung im Einzelhandel (weniger Läden bei wachsender Flächengröße) führt zu immer mehr Schließungen von kleinen, inhabergeführten Geschäften.

Die Nachfrage an Flächen wurde in der Regel durch neu ausgewiesene Baugebiete gedeckt, wodurch sich eine Gemeinde immer mehr in der Fläche ausdehnt. Nachteil dieser Entwicklung ist das Ausufern der Gemeinden in die Landschaft mit langen Wegen, einem hohen Bedarf an Verkehrsinfrastruktur und hohem Flächenverbrauch.